Mein Erasmus-Aufenthalt in Irland

Dia duit! Ich war für zwei Wochen im Rahmen eines Erasmus-Kurzaufenthaltes an der CBS Secondary School in Irland. Da ich das Sprachzertifikat “Certi Lingua“ machen möchte, das einen Auslandsaufenthalt vorsieht, konnte ich das glücklicherweise mit Erasmus verbinden.

Die CBS Secondary School ist in Midleton, einem kleineren Ort in der Nähe von Cork. Vor Ort habe ich viel Zeit mit den Menschen im “Homeroom” verbracht. Der “Homeroom” ist ein Ort, der Schülern mit Autismus gesonderte Unterstützung und Lernmöglichkeiten bietet. Dort habe ich nicht nur viele Schüler, sondern auch die Special Needs Assistants, kurz SNAs, die im “Homeroom” arbeiten, näher kennengelernt. Die SNAs haben mich sehr freundlich aufgenommen und miteingebunden. Viele haben mir erzählt, dass sie vorher in einem ganz anderen Bereich gearbeitet haben, aber auch wie sehr sie diese Arbeit mit den Schülern lieben. Die Atmosphäre im ”Homeroom” war sehr angenehm, locker und positiv und besonders der aufmerksame Umgang hat mich fasziniert. Der ”Homeroom” ist allerdings kein gesondertes Konzept von der CBS, sondern läuft inklusiv zum dem restlichen Unterricht. Somit habe ich immer wieder in verschiedene Schulstunden reingeschaut und war in Fächern, wie „Life Skills”, Kunst oder auch Irisch. In einer Irisch Schulstunde wurden mir, mehr oder weniger erfolgreich, ein paar Grundlagen beigebracht.

Außerdem war ich in den Deutschstunden verschiedener Jahrgänge miteingebunden und habe dort den Unterricht ein wenig unterstützt. Auch habe ich an Events teilgenommen, wie einem Theaterstück im Cork Opera House, den “Open Day”, an dem sich die Schule für neue Schüler vorstellt, oder einer Schulmesse mit der ganzen Schule.

Jeden Tag nach der Schule ging es für mich dann mit dem Zug nach Cork, wo ich untergebracht war. Cork als Stadt habe ich in dieser Zeit sehr liebgewonnen und nicht nur neue Orte, sondern auch viele neue Menschen aus aller Welt kennengelernt: Aus Spanien, Italien und Frankreich, aber ich habe auch mit Reisenden aus den USA und Australien gesprochen.

Sich nach den 2 Wochen von allem zu verabschieden, fiel gar nicht so leicht, aber ich werde auf jeden Fall wiederkommen, um all die Menschen wiederzusehen. Im Anschluss an die Erasmuszeit war ich noch eine Woche entlang der Westküste reisen und habe so weitere wirklich tolle Seiten von Irland kennengelernt.

Abschließend habe ich nicht nur gelernt, wie ein inklusives Schulkonzept aussehen kann und wie verschiedenste Lebenswege Menschen zu einem Job zusammenführen können, sondern auch dass Tee mit Milch tatsächlich ganz gut schmeckt, wie entspannt Schafe über eigentlich befahrene Straßen schlendern können und wie viel Spanisch in der Innenstadt von Cork zu hören ist. Um die irischen Straßenschilder verstehen zu können, dauert es wohl noch, aber immerhin kann ich inzwischen alle Farben auf Irisch sagen.

Meine Zeit in Irland war wundervoll und möchte allen Menschen danken, die dazu beigetragen haben und Erasmus Projekte am WG möglich machen!

Ayla Bösel

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