Kategoriebild

Geschichte

Der Rockmusiker Sting äußerte sich 1987 in seinem Album „…nothing like the sun“ über den Geschichtsunterricht seiner Schulzeit: Es sei ihm vorgekommen, als bestehe das Fach Geschichte aus einer monotonen und schmutzigen Abfolge von Nichtsnutzen ohne irgendwelche großartigen menschlichen Eigenschaften.

Am Wilhelmsgymnasium Kassel möchten die Historiker ein anderes Geschichtsbild vermitteln, eines, das lebendig und vielseitig ist. Es geht uns darum, unseren Schülerinnen und Schülern Geschichte erlebbar zu machen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass aus der Vergangenheit für unsere Zukunft gelernt werden kann, um schließlich die Vergangenheit multiperspektivisch zu betrachten.

Mit Unterrichtsprojekten, die teilweise fächerübergreifend angelegt sind, mit Podiumsdiskussionen und Planspielen, die experimentell historische Situationen rekonstruieren und kritisch reflektieren sollen, positioniert sich das Fach Geschichte am WG als modernes Unterrichtsfach. Kreatives und entdeckendes Lernen soll die Aktivität unserer Schülerschaft fördern und es ihr ermöglichen, einen Bezug zur Vergangenheit nachhaltig herzustellen, diesen in der historischen Umgebung erkennbar werden zu lassen.

Themen mit lokalgeschichtlichem Akzent und aktuellem Bezug zu Jahrestagen oder Jubiläen sind auch an die Projektwoche und an Wettbewerbe im Bereich Geschichte und Politik angegliedert.

So bietet das Fach Geschichte interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit sich intensiv mit der Geschichte ihrer Region, ihres Landes und Europas zu beschäftigen. [siehe auch: Begabtenförderung]


Exkursionen

Zudem sind außerschulische Lernorte am WG von besonderer Bedeutung. An den Unterricht angebunden sind obligatorische Exkursionen wie ein Besuch zur Gedenkstätte Breitenau in der 9./10. Klasse und die Fahrt nach Buchenwald in der Sekundarstufe II. Seit 2015 bieten wir in der Oberstufe eine mehrtägige Reise nach Auschwitz an.

Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Ideologie und der Verfolgung und Vernichtung von Menschen ist ein wichtiger Themenschwerpunkt im Geschichtsunterricht.


Fachcurriculum

Da Geschichte als Fach, das bis zum Abitur kontinuierlich unterrichtet wird, in der hessischen Verfassung verankert ist, begleitet es die Kinder und Jugendlichen durch ihre ganze Schulzeit. Entsprechend dem chronologisch angeordneten Curriculum beginnt der Geschichtsunterricht in der 6. Klasse mit der Steinzeit, setzt sich mit Themen aus der Antike, dem Mittelalter und der Neuzeit bis in die 10. Klasse fast durchgehend fort (Link Synopse), wo thematisch die Geschichte der jüngsten Vergangenheit erreicht wird. In der Oberstufe wiederholt sich dieser Durchgang mit der Antike als Ausgangspunkt.

Die Inhalte unseres Fachcurriculums folgen zwar auch einer zeitlichen Abfolge, einer Chronologie, doch wird diese immer wieder durch Aspekte der modernen Geschichtsdidaktik ergänzt. Neben der Vermittlung interessanter Themen aus der politischen Geschichte, Alltags- und Kulturgeschichte, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte sowie den Gender Studies geht es auch um die Anwendung moderner Unterrichtsmethoden sowie die kompetenzorientierte Förderung der fachbezogen Fähigkeiten zur Analyse und Beurteilung von Geschichte. So sind Text- und Bildquellen sowie Karten, Lieder, Filme, Tondokumente und Zeitzeugeninterviews wichtige Bestandteile unserer Arbeit.


Kooperationen

Wir betreuen jedes Jahr Praktikanten der Universität Kassel im Zuge der Schulpraktischen Studien und bilden Lehrerinnen und Lehrer im Vorbereitungsdienst aus. Auch die Zusammenarbeit von WG-Schülern mit Studenten der Universität Kassel zur Aufarbeitung der Geschichte des Wilhelmsgymnasiums in der NS-Zeit ist als bereichernde Kooperation zu nennen, wie auch die Zusammenarbeit mit der Deutschen Kriegsgräberfürsorge.

Fest implementiert sind Zeitzeugengespräche in der Oberstufe zum Thema DDR, aber auch in der Sek I sind immer wieder Interviews mit Zeitzeugen an den Unterricht angebunden.

Anders als Sting es in seiner Schulzeit empfunden hat, bemühen wir uns Geschichte nicht als monotone Abfolge von Uninteressantem erscheinen zu lassen, sondern, somderm dem Gegenwartsbezug des Faches Geschichte im Blick zu behalten. So ist es ein wichtiges Anliegen der Lehrenden, den Schülerinnen und Schülern die eigene Existenz in der Geschichte und die Verantwortlichkeit für gesellschaftliches und politisches Agieren bewusst zu machen.

Der Historiker Hagen Schulze hat diesen Gedanken mit folgender Aussage deutlich gemacht:

„Wer nicht weiß, was zum Heute geführt hat, kann über das Morgen wenig sagen; wer Maßstäbe für die Gegenwart sucht, findet sie in der Vergangenheit (ob nun die richtigen oder die falschen); wer Legenden und Ideologien durchschauen will, muss wissen wie es eigentlich gewesen ist, wer sich selbst erkennen will, finde sich im Spiegel der Geschichte: Wir sind geworden, was wir geworden sind.“