Kooperation Theaterstübchen mit den Bigbands und Rockbands des WGs und der JGS:

Ein Konzert mit anschließendem Artist Talk mit dem Jakob Manz Project.
Markus Knierim, Chef und Stratege des Theaterstübchens, hat es schon lange geplant und organisiert: Die Bigbands und Rockbands der beiden Schulen (WG und JGS), die schon seit längerer Zeit kooperieren und regelmäßig Konzerte im Theaterstübchen geben, durften das Konzert vom Jakob Manz Project am Freitag-Abend (27.02.26) im Anthro-Zentrum gemeinsam besuchen und am Samstag Vormittag einen Artist Talk mit den Künstlern führen.
Das Konzert und auch das Mini-Konzert mit anschließendem Gespräch der MusikerInnen mit den SuS beider Schulen in der Aula der HSS avancierten zu einem unvergesslichem Erlebnis. Hier der Konzertbericht der HNA:
Ein Anfang, dem ein Zauber innewohnt
Der Jazz-Saxofonist Jakob Manz eröffnete mit sieben weiteren Künstlern den Kasseler Jazzfrühling

Auftakt, der Maßstäbe setzt: European Jazz Night mit Aly Keïta E(v. li.) Nils Kugelmann, Jakob Manz, Stéphane Edouard und Emma Rawicz. © Foto: Andreas Fischer
Kassel – Es gibt diese Momente, da stimmt einfach alles. Da sind die richtigen Menschen am gleichen Ort und lassen etwas Einzigartiges entstehen – voller Zauber und Magie. Es hätte wohl kaum einen gelungeneren Auftakt für den 17. Jazzfrühling vom Kasseler Theaterstübchen geben können, als jenen am Freitagabend im mit knapp 600 Menschen nicht ganz ausverkauften Anthroposophischen Zentrum. Jakob Manz, gerade 24 Jahre jung, ist bereits eine feste Größe in der internationalen Jazz-Riege, ein Ausnahmetalent am Saxofon, an der Blockflöte und auch als Komponist. Der Musiker gastierte mit seiner European Jazz Night, zu der er sieben weitere Künstlerinnen und Künstler eingeladen hat, in Kassel und spielte damit das erste von drei Konzerten. Es folgten die Kölner Philharmonie am Samstag und die Alten Oper Frankfurt gestern Abend.
Jeder einzelne Name der Musikerinnen und Musiker lässt aufhorchen. Jeder für sich füllt Konzerthäuser. Hier stehen sie gemeinsam auf der Bühne, als Seelenverwandte für die Musik. Da ist Emma Rawicz am Tenorsaxofon. Die britische Musikerin erregte im Jahr 2022 mit ihrem selbstproduzierten Debütalbum „Incantation“ internationales Aufsehen und trat als Headlinerin im Ronnie Scott‘s Jazz Club auf. Shuteen Erdenebaatar, die aus der Mongolei stammende Pianistin, kam 2018 mit einem Stipendium nach München, 2024 gewann sie mit ihrem Quartett den Deutschen Jazzpreis als Ensemble des Jahres. Zu ihrem Ensemble gehören auch der Bassist, Komponist und Multiinstrumentalist Nils Kugelmann und eben Jakob Manz. Seltener im Jazz vertreten ist das Balafon. Aly Keïta beherrscht das Instrument meisterlich. 2022 gewann der von der Elfenbeinküste stammende Musiker den Sonderpreis Instrument des Deutschen Jazzpreises. Weil die Familie des Percussionisten Stéphane Edouard aus Südindien stammt, greift der in Frankreich aufgewachsene Musiker auch die Einflüsse dieser Musik auf und spielte bereits mit namhaften Künstlern zusammen. An einem zweiten Percussionset nahm der luxemburgische Schlagzeuger Mathieu Clement Platz. Nesrine ist eine französische Cellistin und Sängerin, deren Familie aus Algerien stammt. Sie verbindet in ihrer Musik arabische Einflüsse, Jazz und klassische Elemente. Mit dem Dirigenten Daniel Barenboim arbeitet sie in seinem West-Eastern Divan Orchestra.
Wie führt man ein solch hochkarätiges Ensemble in den Abend ein? Welche ersten Töne stehen am Anfang, geben den Takt für den Rest? Das sind Fragen, die Manz mit einem wohldurchdachten Programm kuratiert hat. Nicht alle Musiker gleichzeitig, aber dennoch mit voller Energie geht Manz in diesen Abend. Ein Stück des Jazz-Fusion-Gitarristen Mike Stern, bei dem vorrangig die beiden Saxofone zu Wort kommen, aber auch Aly Keïta seine Schlägel über die Klangstäbe des Balafon fliegen lässt. Danach ein Ausflug in den Dschungel, in dem die Vögel das Sagen haben, von Nils Kugelmann mit einer Vogelstimmenflöte imitiert, was Jakob Manz an der Blockflöte wunderbar aufgreift und in den Jazz überführt. Ein Statement am Anfang, das die große Bandbreite der dargebotenen Musik umreißt.
Manz bedient sich im großen Feinkostladen des reichhaltigen Angebots mit großer Neugier. Mit allen Musikern gemeinsam taucht er ein in die komplexe Rhythmik westafrikanischer Musik und den impressionistischen Klangzauber à la Erdenebaatar. Das Ensemble greift all das mit Verve und Spielfreude auf, einzig im Dienst der Harmonie und Dynamik. Geschlossen erhebt sich das Publikum am Ende und spendet Applaus im Stehen.KIRSTEN AMMERMÜLLER
Artist Talk:
Begleitet von den jeweiligen LehrerInnen (Frau Sommerfeld, Herr Trusheim, Herr Linke und Herr Fink) der Pop-Sparte (Bigbands und Rockbands) beider Schulen, fand dann am anschließenden Samstag Morgen erst ein Mini-Konzert und anschließend ein Gespräch zwischen SuS und den Musikern statt. Es war außerordentlich interessant, den Ausführungen der Musiker zu lauschen. Sie sprachen über Ihren Werdegang, ihre Ausbildung, ihr Leben als Musiker, über ihre Konzerte, Einnahmen, Tourneen, Freundschaften, übers Komponieren und Improvisieren. Das war wirklich total spannend und alle SuS und LuL stellten Fragen und hörten gebannt zwei Stunden lang zu. Es hätte noch den ganzen Tag dauern können, aber leider mussten die Musiker zum Zug, sie spielen am Abend ein weiteres Konzert in der Kölner Philharmonie.








