Erasmus+ – Begegnungstreffen in Italien

Im Rahmen des Erasmus-Projekts reisten im September 2025 elf Schülerinnen und Schüler des Wilhelmsgymnasiums gemeinsam mit Frau Kretzschmar und Frau Küch nach Palazzolo sull’Oglio in Norditalien, um das Leben dort kennenzulernen und uns mit unserem Thema „Mindfulness and Wellbeing“ zu beschäftigen.
Spätestens als sich im strömenden Regen die Autotüren öffneten, unsere Austauschpartner und ihre Eltern ausstiegen und wir in freundliche, neugierige Gesichter blickten, wussten wir, dass sich die lange Zugreise gelohnt hatte. Um vier Uhr morgens waren wir am Bahnhof Wilhelmshöhe gestartet, doch dass wir erst 16 Stunden später am Zielort Palazzolo in Italien ankommen würden, wusste zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Die Zugfahrt endete unerwartet im schweizerischen Bellinzano und wir mussten sie in einer kleinen Bimmelbahn fortsetzen, dem „Panorama-Express“, der uns zwar durch wunderschöne Berglandschaften, jedoch nicht besonders schnell in das italienische Dorf Domodossola brachte. Von dort wurden wir glücklicherweise in einem von den italienischen Lehrerinnen organisierten Reisebus nach Palazzolo gebracht. Erschöpft und gleichzeitig neugierig und voller Vorfreude kamen wir endlich bei unseren Gastfamilien an, die uns total aufgeschlossen und nett in Empfang nahmen.
Gespannt ging es dann die nächsten drei Tage in die italienische Schule „Instituto Superiore Christoforo Marzoli“, wo wir aber nicht am Unterricht, sondern im Rahmen unseres Themas „Mindfulness and Wellbeing“ an einem anderen Programm teilnahmen. Dieses bestand aus dem Kennenlernen der Gruppe, einer von älteren Schülerinnen und Schülern angeleiteten Einheit zum Umgang mit Emotionen, einer Yogaeinheit, welche besonders nach dem langen Sitzen am Tag davor guttat und unserer Arbeit an einem gemeinsamen Podcast und einer HelpPage zu unserem Thema. Neben den Aktivitäten in der Schule machten wir Städtetrips nach Bergamo, Iseo und Brescia, wo wir eine Schnitzeljagd lösten und die wunderschöne Insel „Monte Isola“ im Iseo-See besuchten. Wir bestiegen zudem den „Torre del Popolo“, den höchsten runden Glockenturm Europas, besuchten eine romanische Kathedrale, gingen in ein Museum über römische Archäologie und bummelten durch die Städte. Zum Abschluss gab es schließlich ein gemeinsames Pizzaessen am letzten Abend.
Hier wurde uns allen klar, wie sehr wir deutschen Schülerinnen und Schüler über die Woche mit
denen aus Italien zusammengewachsen waren. Wir hatten zusammen viel erlebt und gelernt. Trotz mancher sprachlicher Schwierigkeiten, vor allem mit einigen Gasteltern, gewöhnten wir uns gut an das ständige Englischsprechen und es wurde für uns schnell zur Normalität. Dank der herzlichen Aufnahme der Gastfamilien bekamen wir tolle Einblicke in das Alltagsleben unserer italienischen Austauschpartnerinnen und -partner und konnten viele Eindrücke sammeln, die wir mit nach Hause nehmen durften. Die Woche in Italien hat uns gezeigt, wie bereichernd es ist, in einer anderen Kultur zu leben, neue Menschen kennenzulernen und gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Viele von uns haben Freundschaften geschlossen und Kontakte geknüpft, die vielleicht sogar über den Austausch hinaus bestehen bleiben.
Gerade weil die Zeit so eindrücklich und besonders war, fiel uns der Abschied von den Familien am Ende der Woche besonders schwer. Als wir am Freitagmorgen am Bahnsteig standen und in den Zug Richtung Kassel stiegen, waren alle müde, aber glücklich. Die Rückfahrt verlief zum Glück deutlich flüssiger als die Hinfahrt und wir tauschten uns viel über unsere Erlebnisse und Erfahrungen aus. Zurück in Kassel waren wir erschöpft, aber dankbar, eine solch tolle Zeit erlebt haben zu dürfen, und nun freuen wir uns besonders darauf, den italienischen Schülerinnen und Schülern im Oktober unser Leben in Deutschland zu zeigen.
Caroline Glebe
















