Erasmus-Austausch „EU Politics live 2026“ – Politik hautnah in Brüssel erleben

Vom 26. bis 30. Januar 2026 durfte eine Gruppe engagierter Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Frau Schäfer und Herrn Huhn im Rahmen des Erasmus-Programms nach Brüssel reisen. Ziel der Fahrt war es, europäische Politik nicht nur aus dem Unterricht zu kennen, sondern dort zu erleben, wo sie gemacht wird – im Herzen der Europäischen Union.

Ankunft in Brüssel und erstes Kennenlernen

Am Montagmorgen startete unsere Reise im verschneiten Kassel – selbstverständlich nicht ganz ohne typische Bahnverspätungen und spontane Zugwechsel. Nach der Ankunft in Brüssel wartete bereits die nächste Herausforderung: der Fußmarsch zur Jugendherberge durch die überraschend hügelige Stadt. Die Anstrengung lohnte sich jedoch, denn dort trafen wir auf die Schülerinnen und Schüler unserer tschechischen Partnerschule, dem Sportovní gymnázium Kladno, mit denen wir den Austausch gemeinsam erlebten.

Nach ersten Kennenlernspielen erkundeten wir bereits Teile der Stadt. Sehenswürdigkeiten wie der Grand Place oder der Manneken Pis durften dabei ebenso wenig fehlen wie eine typische Brüsseler Waffel (Gaufres de Bruxelles). Den Abend ließen wir entspannt mit gemeinsamen Spielen wie UNO, Rommé oder Tischtennis ausklingen – eine perfekte Gelegenheit, um sich besser kennenzulernen. Schnell wurde klar: Die tschechischen Schülerinnen und Schüler waren super nett und es entwickelten sich viele interessante Gespräche.

Gespräche mit Abgeordneten und Einblicke ins EU-Parlament

Der Dienstag begann politisch: Unser erstes Gespräch führten wir mit Udo Bullmann (SPD), der Deutschland als einer von 96 deutschen Abgeordneten im Europäischen Parlament vertritt. Er ist seit vielen Jahren europapolitisch aktiv und engagiert sich aktuell besonders für den globalen Süden. Als Vorsitzender der Südafrika-Delegation setzt er sich leidenschaftlich

für soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und internationale Zusammenarbeit ein. In unserem Gespräch betonte er mehrfach die Bedeutung europäischer Werte und der Demokratie. Wir erlebten ihn als sehr offenen, engagierten und überzeugenden Politiker, der sich viel Zeit für unsere Fragen nahm.

Am Nachmittag besuchten wir gemeinsam mit den tschechischen Schülerinnen und Schülern das Parlamentarium – ein interaktives Museum rund um das Europäische Parlament, seine Abgeordneten und die Mitgliedstaaten. Der restliche Abend stand zur freien Verfügung und wurde individuell genutzt, sei es zum Erkunden der Stadt, für Spiele oder zum Entspannen.

Europäische Geschichte und Erasmus im Fokus

Am Mittwochvormittag besuchten wir das Haus der Europäischen Geschichte, das anschaulich die Entwicklung Europas und der Europäischen Union darstellt. Nach dem Mittagessen ging es erneut ins Parlament, wo wir Nela Riehl, Europaabgeordnete der Partei Volt, trafen. Sie ist Vorsitzende des Ausschusses für Bildung und Kultur und damit direkt für Programme wie Erasmus zuständig – von dem wir bei dieser Fahrt selbst profitieren durften.

Sie erklärte uns, dass Erasmus derzeit zwar breite Unterstützung im Parlament genieße, die zukünftige Ausgestaltung jedoch nicht gesichert sei, da bei solchen Programmen Kürzungen oft am einfachsten vorgenommen werden könnten. Umso entschlossener setze sie sich dafür ein, dass Austauschprogramme auch weiterhin bestehen bleiben. Die Atmosphäre des Gesprächs war sehr offen und locker und wir hatten große Freude am Austausch. Im Anschluss führte uns einer ihrer Mitarbeiter durch das Parlament, wo wir unter anderem den Plenarsaal besichtigen durften.

Schokolade, Europäischer Rat und ein unvergesslicher Abschluss

Am Donnerstag konnten wir uns in Gruppen aufteilen. Viele von uns entschieden sich für den Besuch des Schokoladenmuseums, wo wir nicht nur viel über Herstellung und Anbau erfuhren, sondern natürlich auch probieren durften. Nach einer freien Mittagspause trafen wir uns im Europäischen Rat, wo wir in einem Vortrag tiefere Einblicke in die Prozesse der europäischen Gesetzgebung erhielten.

Ein besonderes Highlight: Genau während unseres Besuchs tagten die europäischen Außenminister. Zwar bekamen wir den deutschen Außenminister, Johann Wadephul, nicht zu Gesicht, doch der tschechische Außenminister, Petr Macinka, lief direkt an uns vorbei – ein spannender Moment, der verdeutlichte, wie nah wir dem politischen Geschehen waren.

Am letzten Abend organisierten wir ein gemeinsames Karaoke-Event in der Jugendherberge. Zusammen mit den tschechischen Schülerinnen und Schülern – und sogar unseren Lehrkräften – sangen wir Lieder wie Sweet Caroline, I Kissed a Girl oder Despacito. Ein gelungener und fröhlicher Abschluss einer ereignisreichen Woche.

Abschied und Fazit

Am Freitag hieß es leider schon Abschied nehmen. Nach einer längeren Verabschiedung machten wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof und fuhren schließlich wieder ins weiterhin verschneite Kassel.

Ein besonderer Dank gilt Herrn Huhn und Frau Schäfer, die diese Reise hervorragend vorbereitet und uns während der gesamten Fahrt begleitet haben. Ohne das Erasmus-Programm wäre diese Erfahrung nicht möglich gewesen. Die Europäische Union mag oft komplex und unnahbar erscheinen – doch diese Reise hat gezeigt, dass Politik von Menschen für Menschen gemacht wird.

Unser Fazit: Geht wählen, steht für eure Werte ein und nutzt eure Möglichkeiten, denn wir alle können etwas bewirken!

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