Wilhelmsgymnasium erhält Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“

Kassel. Mit einer feierlichen Zeremonie ist das Wilhelmsgymnasium am 24. November in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen worden. Die Schule gehört nun zu Deutschlands größtem zivilgesellschaftlichen Schulnetzwerk, dem inzwischen über 4.000 Bildungseinrichtungen angehören.
Die Aufnahme gilt als deutliches Bekenntnis der Schulgemeinschaft: gegen Diskriminierung, Mobbing und Gewalt einzutreten und sich für Respekt, Vielfalt und Zivilcourage stark zu machen. Fast 80 Prozent der Mitglieder des Wilhelmsgymnasiums haben die entsprechende Selbstverpflichtung unterzeichnet. „Der Titel ist kein Preis für Vergangenes, sondern eine Verpflichtung für Gegenwart und Zukunft“, betonten die Verantwortlichen.
Prominente Patinnen unterstützen das Engagement
Für das Projekt konnten die Kasseler Bürgermeisterin Nicole Maisch sowie Model und Influencerin Lijana Kaggwa als Patinnen gewonnen werden. In ihren Grußworten würdigten sie die Initiative der Schülerschaft und hoben hervor, wie wichtig Mut und demokratische Wachsamkeit in einer zunehmend polarisierten gesellschaftlichen Situation seien.
Schülerin und Lehrkraft geben persönliche Einblicke
Lina Feldmann-Bethe, Schülerin der Oberstufe, schilderte aus der Perspektive der Jugendlichen, wie wichtig gelebte Toleranz und Solidarität im schulischen Alltag seien. Sie betonte, dass Ausgrenzung oft leise beginne – aber ebenso Mut, nämlich in dem Moment, in dem jemand „Stopp“ sage. Ihre Worte machten deutlich, wie sehr das Projekt Schülerinnen und Schüler dazu ermutigt, Verantwortung füreinander zu übernehmen.
Matthias Pflüger, schulischer Koordinator des Projekts, erläuterte aus Sicht eines Lehrers, dass demokratische Bildung weit über die Vermittlung von Wissen hinausgehe. Schule sei ein Ort, an dem junge Menschen lernten, Haltung zu zeigen, sich einzumischen und ihre Stimme zu erheben, wenn Unrecht geschehe.
König und Skwarski: Titel allein genügt nicht
Auch Schulleiterin Dr. Kerstin König und Schulsprecherin Luisa Skwarski wandten sich an das Publikum. Beide machten deutlich, dass die Auszeichnung nicht nur ein Schild an der Wand oder ein Titel für den Schulbriefkopf sei. Vielmehr müsse das Engagement über die Verleihung hinausgehen. Man dürfe sich nicht auf der Anerkennung ausruhen, sondern müsse den Anspruch im Alltag leben, Projekte anstoßen und aktiv an einer Kultur der Wertschätzung arbeiten.
Kulturelles Programm setzt starke Akzente
Musikalisch eröffnete die schuleigene Rockband die Veranstaltung mit einer kraftvollen Interpretation des Ärzte-Klassikers „Schrei nach Liebe“. Eine beeindruckende Tanztheaterszene des Darstellenden Spiels, inspiriert von „Schindlers Liste“, berührte das Publikum sichtbar. Den Abschluss bildete der Extrachor der Schule mit dem schwungvollen Stück „Clap Your Hands“.
Symbolischer Ausklang
Nachdem die Urkunde für den Beitritt in das Netzwerk von dem Mitarbeiter der Landeszentrale für politische Bildung, Ahmet Selcuk Özkan, der Schule übergeben wurde, ließen alle Gäste zum Abschluss bunte Luftballons in den Himmel steigen. An ihnen befestigt waren kleine Botschaften – Wünsche gegen Rassismus, die die Hoffnung auf ein respektvolles Miteinander weit über das Schulgelände hinaustragen sollten.
Mut, Haltung und Gemeinschaft
Die Feierlichkeiten machten deutlich: Am Wilhelmsgymnasium wird der Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht nur verliehen, sondern aktiv gelebt. Die Schulgemeinschaft hat sich fest vorgenommen, auch künftig sichtbar für ein respektvolles, solidarisches und mutiges Miteinander einzutreten.





