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Mittendrin und dabei – ein Erfahrungsbericht

Die Sommerferien sind zu Ende, das neue Schuljahr startet mit zwei Klassenlehrer- bzw. Tutorenstunden und anschließend beginnt schon der richtige Unterricht für alle Schüler des Wilhelmsgymnasiums... für alle?
Nein, nicht für die Mitglieder des WG-Orchesters, denn die strömen zur dritten Stunde in den frisch renovierten und ausgebauten Musiksaal um die über die Ferien etwas eingestaubten Instrumente in Schwung zu bringen und am darauffolgenden Tag die neuen Fünftklässler gebührend in Empfang zu nehmen.
Was wäre dabei angebrachter als die Schulhymne „Auf du junger Wandersmann"? Doch nicht nur die bekommen die Neuen und ihre Eltern am nächsten Tag zu hören, auch tolle aktuelle Stücke, wie dieses Jahr „Highlights from Harry Potter".
Kaum haben wir uns richtig ins Zeug gelegt, um den zukünftigen WG-Eltern und hoffentlich auch Schulkonzertgängern und den Frischlingen zu imponieren, da ist diese kurze Vorstellung auch schon vorbei, ab morgen beginnt der richtige Schulalltag. Und was wäre der ohne die wöchentliche Orchesterprobe mittwochs von 16h-17:30h? Schon am ersten Mittwoch nach den Ferien herrscht rege Betriebsamkeit. Nachdem einige Formalitäten geklärt und neue Noten verteilt worden sind geht's auch schon ab in die Stimmproben. Maria Weber-Krüger übernimmt die ersten und zweiten Geigen, Frau Barth die dritten, Frau Neumeyer übt mit den Celli und Herr Hilmes verbleibt mit den Bläsern im Musikraum. Eine ¾ Stunde Stimmprobe vergeht wie im Nu. Besonders gemeine und schwierige Stellen werden geübt bis sie sitzen, Fragen werden geklärt und herzlich gelacht wird natürlich auch. Zurück in der Tuttiprobe werden die einzelnen Stimmen zusammengesetzt und schon bald ergibt sich ein imposanter Gesamtklang - oder eben nicht, dann wird noch mal geübt.
Nach den Herbstferien sind nur noch wenige Proben bis zur Weihnachtszeit, und dann finden sich alle festlich gekleidet auf der Bühne der Aula wieder, um Weihnachtsstimmung in das Schulgebäude zu zaubern. Die Zuschauer sind begeistert von der runden Zusammensetzung von Unterstufenchor, Oberstufenchor und Orchester, die Feiertage können also kommen. Vielleicht bekommt der ein oder andere ja ein neues Instrument oder einen Kasten unter den Baum gelegt? Solche Geschenke sind besonders praktisch, denn sie können gleich auf der Orchesterfahrt im Anschluß an die Weihnachtsferien in Gebrauch genommen werden.
Schon ist es soweit: Montagmorgen steigt die ganze Horde etwas frierend in den Bus und los geht's in die Reinhardswaldschule. Dort wartet ein komplettes Konzertprogramm darauf geübt zu werden und schöne Einzel- und Doppelzimmer darauf bewohnt zu werden. Aber so oft befindet man sich gar nicht auf den Zimmern, denn 6 bis 8 Stunden Proben sind täglich angesagt, dazwischen leckeres Essen, Austoben auf dem Gelände und abends lustige Spiele. Die erste Hälfte der Woche wird viel in Stimmproben geübt, damit die Einzelstimmen homogen klingen und die letzten Tage noch schön am Gesamtklang gefeilt werden kann. Das Highlight der Orchesterwoche ist der letzte Abend, der als „Bunter Abend" immer von den 13ern gestaltet wird, die ja schließlich das letzte Mal dabei sind. Aber was dort passiert bleibt natürlich ein Geheimnis. Alle etwas fertig von anstrengenden Proben und kurzen Nächten finden wir uns dann am Freitag morgen zur Durchlaufprobe zusammen, die oft eher schlecht als recht gelingt, aber Herr Hilmes wäre nicht unser Orchesterleiter, wenn er das nicht mit Humor nehmen könnte.
Gut ausgeschlafen und voller Elan gelingt das Frühjahrskonzert dann am darauffolgenden Mittwochabend um so besser. Zum Konzertthema passend geschmückt erscheint die Aula jedes Jahr anders. Die Aufführung bringt uns wohlverdienten Applaus und bessert die Orchesterkasse auf, denn schließlich haben wir hart gearbeitet. Noch ein wenig belohnen tun wir uns selbst hinterher mit einem gemütlichen Beisammensein beim Griechen oder Mexikaner.
Und wofür wird nun geprobt? Für die Abientlassung, denn die kommt bestimmt. Dort klingen wiederum tolle stimmungsvolle Stücke zum Beispiel im letzten Jahr „Lord of the Rings"), die der Veranstaltung einen festlichen Rahmen verleihen. Doch ein erfolgreiches WG- Orchesterjahr sollte so beginnen wie es angefangen hat und darum ertönt zum Abschluß traditionsgemäß für die Abiturienten die Musik, mit der sie eingeschult wurden: der „Wandersmann".

Erfahrungsbericht von Marie Meyerholz, die 8 Jahre lang Mitglied im Orchester war.

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