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Gesundheitstag

Gesunde Schule

„Gute Gesundheit unterstützt erfolgreiches Lernen. Erfolgreiches Lernen unterstützt die Gesundheit. Erziehung und Gesundheit sind untrennbar", sagt Desmond O'Byrne, Leiter der Abteilung für Gesundheitsförderung der WHO in Genf und beschreibt damit treffend die Wechselbeziehung zwischen Gesundheit und Bildungsprozess. Nur ein gesundes Kind geht gern zur Schule und kann erfolgreich lernen. Andersherum machen Erfolgserlebnisse in der Schule und positive Erfahrungen im sozialen Miteinander Kinder und Jugendliche stark und selbstbewusst und sind die wesentliche Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit. Diese Wechselbeziehung betrifft übrigens auch Lehrerinnen und Lehrer. Sie können nur dann dauerhaft, erfolgreich und mit Zufriedenheit ihren Beruf ausüben, wenn sie gesund bleiben.

Insgesamt ist seit der Einführung von G8 zwar die Schulzeit verkürzt worden, die in der Schule verbrachte Zeit ist für Schülerinnen und Schüler wie für Lehrerinnen und Lehrer jedoch länger geworden und dauert oft bis weit in den Nachmittag. Somit ist die Schule nicht nur Lernort und Arbeitsplatz, sondern auch ein Lebensraum, der es verdient, so ausgestaltet zu werden, dass Lehrende und Lernende sich dort gern aufhalten und gesund bleiben. Neben dem Elternhaus ist die Schule der Ort, wo Kinder und Jugendliche gesundheitsbewusstes Verhalten lernen und alltäglich praktizieren sollten. Die Schule hat die Aufgabe und die große Verantwortung, das Gesundheitsbewusstsein von Kindern und Jugendlichen zu stärken, sie für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren und sie dabei zu unterstützen, Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen. Wahrlich keine leichte Aufgabe, aber eine sehr lohnende Herausforderung.

In Hessen gibt es seit vielen Jahren das Programm „Schule und Gesundheit" des Kultusministeriums, das Schulen bei der Umsetzung einer gesundheitsfördernden Schul- und Lernkultur unterstützt. Auch das Wilhelmsgymnasium hat das Ziel einer Gesunden Schule in sein Konzept der Schulentwicklung integriert und möchte es Schritt für Schritt umsetzen. Es handelt sich dabei um einen längeren, von der gesamten Schulgemeinde auszugestaltenden Prozess, denn die gesunde Schule betrifft nahezu alle Bereiche des Schullebens. Die Planung und Umsetzung der Lehr- und Lernprozesse, die Gestaltung von Schulhof, Unterrichtsräumen und Schulgebäude, die Ausgestaltung und Organisation des Schultages, die Angebote von Cafeteria und Mensa und vieles mehr.

Gesundheitstage am WG

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Gesunden Schule ist der jährliche Gesundheitstag, der im April 2008 zum ersten Mal stattfand und mittlerweile einen festen Platz in der Jahresplanung hat. Organisatorisch ist jeder Gesundheitstag so angelegt, dass jedem Jahrgang ein spezifischer Themenkomplex zugeordnet ist, zu dem Workshops oder Exkursionen angeboten werden. Bei der Festlegung der jahrgangsspezifischen Themen orientieren wir uns an den Schwerpunktthemen des Landesprogrammes „Schule und Gesundheit":

 

Gesunde Ernährung
Umweltbildung und Nachhaltigkeit
Sucht- und Gewaltprävention
Bewegung
Verkehr und Mobilität

Für den Jahrgang 12 lautet das Motto „Gesund und fit durchs Abitur". Veranstaltungsorte des Gesundheitstages sind sowohl das Schulgelände und die Klassenräume als auch außerschulische Lernorte, wie z. B. externe Sportstätten, Betriebe (Besichtigungen u. a.), Umweltzentren wie das Wassererlebnishaus Fuldatal oder Lernorte in Wald und Natur.

Arbeitsgruppe Schule und Gesundheit

Die Arbeitsgruppe Schule und Gesundheit hat das Konzept für die Gesundheitstage erarbeitet und trägt die Verantwortung für die Organisation. Mitglieder sind Frau Graw, Frau Lecke und Frau Dr. Tecklenburg. Durchgeführt werden die Veranstaltungen von Lehrkräften unseres Kollegiums und von externen Organisationen und Referenten (Krankenkassen, Polizei, Feuerwehr, DRK, Verkehrswacht, Pro Familia Referenten aus der Umweltbildung, der Sucht- und Gewaltprävention u.a.). Eine Evaluierung im Juni 2010 hat gezeigt, dass die große Mehrheit der Schülerinnen und Schüler wie auch der Lehrerinnen und Lehrer den jährlichen Gesundheitstag am Wilhelmsgymnasium schätzt und als wichtige Bereicherung des Schullebens ansieht.

Schritte auf dem Weg zur Gesunden Schule

Doch auch über den Gesundheitstag hinaus wird daran gearbeitet, das Thema Gesundheit auf unterschiedlichen Ebenen in das alltägliche Schulgeschehen zu integrieren. So fand im Februar 2009 ein Pädagogischer Tag zur Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern statt. Seit Januar 2010 ist die neue Mensa in Betrieb und bietet täglich ein gesundes Mittagessen mit Salatbuffet an. Im Kontingentunterricht „Mobilität und Umwelt" erarbeiten Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase Konzepte zur umweltfreundlichen Verkehrsmittelwahl und zur Schulwegsicherheit. Sport-Arbeitsgemeinschaften wie Rudern, Tanzen, Ballspiel, Handball, Hockey, Tischtennis und Judo haben ihren festen Platz im Nachmittagsunterricht. Darüber hinaus gehören auch die Umwelt-AG (Leitung: Frau Lecke) sowie der Schulsanitätsdienst (Leitung: Herr Dr. Schäfer-Hartmann) und das Streitschlichterprogramm SEK (Leitung: Frau Kretschmar, Frau Müller-Otto) zum Profil der Gesunden Schule. Zu „Verkehr und Mobiltität" tagte mehrfach ein Runder Tisch mit Lehrer-, Eltern- und Schülervertretern. Eine AG „Pädagogischer Konsens" aus Lehrkräften, Schülervertretern und Eltern hat in den vergangenen zwei Jahren intensiv diskutiert und Vorschläge zur Schulentwicklung erarbeitet, in denen viele Aspekte der Gesunden Schule enthalten sind (u.a. Verbesserung der Raumsituation, Verstärkung von Kooperations- und Teamstrukturen im Kollegium, Entlastungsstrukturen für das Kollegium). Die Vorschläge wurden von der Steuergruppe zur Schulentwicklung aufgegriffen und sind Teil der mit dem Staatlichen Schulamt ausgehandelten Zielvereinbarungen zur Schulentwicklung. An der Umsetzung der Ziele wird intensiv gearbeitet.

Lion's QuestIm neuen Schuljahr 2011/2012 starten die Klassenlehrerinnen und Klassenlehrerinnen des Jahrgangs 5 das Programm „Erwachsen werden". Ziel dieses seit Jahren auch unter dem Namen „Lions Quest" international bewährten und ständig weiter entwickelten Programms ist die Förderung sozialer Kompetenzen junger Menschen in der Schule. „Das Programm" – so die offizielle Beschreibung – „will die Schülerinnen und Schülern dabei unterstützen, ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikative Kompetenz zu stärken (...), Konflikt- und Risikosituationen in ihrem Alltag zu begegnen und für Probleme, die gerade die Pubertät gehäuft mit sich bringt, konstruktive Lösungen zu finden. Gleichzeitig möchte es ihnen beim Aufbau eines eigenen Wertesystems Orientierung anbieten. Damit ordnet sich das Konzept in den Ansatz der Life-Skills-Erziehung („Lebenskompetenz-Erziehung") ein, dem von der aktuellen Forschung die größten Erfolgsaussichten bei der Gesundheitserziehung, insbesondere hinsichtlich der Sucht- und Gewaltprävention zugesprochen wird." Die Universität Bielefeld hat unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Hurrelmann die Umsetzung des Programms an deutschen Schulen in mehreren Evaluationen und mit sehr positiven Ergebnissen untersucht. Mehrere Kolleginnen und Kollegen des Wilhelmsgymnasiums haben das Programm in mehrtägigen Fortbildungen kennen gelernt und in ihren Klassen erfolgreich erprobt. Die Einführung in einem ganzen Jahrgang ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Gesunden Schule und wird – so die Hoffnung – dazu beitragen, Unterrichtsalltag und Schulleben am Wilhelmsgymnasium gesundheitsfördernd zu gestalten und zu entwickeln.

Martina Graw, Leiterin der AG „Schule und Gesundheit"