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Projektbeschreibung

  Problemaufriss
  Projektziele
  Projektplanung


Problemaufriss

Mobilität lässt sich ganz allgemein zu den zentralen Bedürfnissen der Menschen in modernen Gesellschaften zählen. Dies gilt in besonderem Maße für Mitteleuropa zur Jahrtausendwende, nachdem die politischen Veränderungen der letzten zehn Jahre den Personen- und Güterverkehr entscheidend verstärkt haben. Die voranschreitende Entwicklung der Europäischen Union einschließlich der Vorstufen zu deren (Ost-) Erweiterung dürften diesen Prozess auf absehbare Zeit nachhaltig verschärfen.

Neben die aus internationaler Arbeitsteilung und globalen Handelsbeziehungen resultierende Zunahme von Verkehr tritt in immer stärkerem Maße ein durch freizeitbedingte Mobilitätsbedürfnisse verursachtes Verkehrsaufkommen.

Die hieraus entstandene und sich ohne Frage fortsetzende Intensivierung der Verkehrsbelastung schlägt sich in unterschiedlichen Formen nieder: höhere Verkehrsdichte (bis hin zum zeitweiligen punktuellen Kollaps), Anstieg des Unfallrisikos, niedrige Durchschnittsgeschwindigkeiten und ansteigende Kosten sind nur einige der unmittelbar sichtbaren Folgen. Mobilitätsbedürfnisse werden zunehmend auch in der breiten Öffentlichkeit nach den unerwünschten Nebenfolgen beurteilt, weil immer mehr Menschen diese für sie und die Umwelt allgemein abträglichen Folgen unmittelbar zu spüren bekommen. Gleichwohl klafft zwischen derartigen Einsichten und dem praktischen Handeln des Einzelne eine eklatante Diskrepanz.

Betrachtet man verschiedentliche Versuche, diese Schere zwischen Bewusstsein und Handeln tendenziell zu schließen, wird deutlich, dass einseitig rational-kognitive Lernprozesse wenig Erfolg versprechend sind, so lange emotional-affektive Komponenten zur Herausbildung von Verhaltensdispositionen nicht angemessen mit einbezogen werden. Weiterhin ist evident, dass auch hier der moralinsaure Zeigefinger ebensowenig Erfolgschancen besitzt wie ein isoliertes Verhaltenstraining, vordergründig belehrende Ansätze, bloße ökonomische Anreize oder gar ordnungspolitische Maßnahmen in Verbindung mit technischen Lösungen.

Die Leitfrage für eine ‚new mobility‘ und mithin für dieses Projekt besteht demnach darin, wie es gelingen kann, dem globalen Problem der Umweltbelastung, insbesondere seiner Ausprägung in Form von Klimaveränderungen durch verkehrsbedingte Schadstoffbelastungen, zu einer Bewusstseins- und Handlungsrelevanz für das lokale Individualverhalten zu verhelfen. Die Adressaten für eine derartige Fragestellung sollen zunächst die Schüler der gymnasialen Oberstufe sein, die dem Erwerb der Fahrerlaubnis und dem Benutzen eines Autos einen Stellenwert beimessen, der dem des Erreichens des Schulzieles nicht nennenswert nachsteht, diesen in Einzelfällen eher deutlich übertrifft.

Vor diesem Hintergrund soll zunächst versucht werden, den Schülerinnen und Schülern die Problematik in ihrer Komplexität wie auch Kompliziertheit ins Bewusstsein zu heben und der Reflexion zugänglich zu machen. Dies soll mittels eines handlungsorientierten Ansatzes geschehen, der den jugendlichen Fahrern ebenso wie Schülern als Mitfahrern konkrete Handlungsalternativen anbietet, indem sie selbst einen Datenkranz für Informations- und Unterrichtszwecke erstellen und auf einer eigenen Site im Internet präsentieren.

Darauf aufbauend soll sodann unter Rekurs auf sozialpsychologische Ansätze, denen basisorientierte und partizipative Konzepte zugrunde liegen, das Projekt Sieben Schritte zur neuen Beweglichkeit für schulische Zwecke adaptiert werden. Dieses Projekt zeichnet sich nicht nur durch eine solide wissenschaftliche Fundierung sowie daraus schlüssig abgeleitete Handlungsmaximen aus, es scheint auch in bemerkenswerter Weise dem eigenen Anspruch gerecht zu werden, Maßnahmen für Verkehrsvermeidung mit der gleichen Professionalität zu betreiben, wie sie im Marketing für Automobile seit Jahrzehnten wie selbstverständlich eingesetzt werden. Außerdem wird durch die Adaption auch eine Beteiligung an der übergeordneten Aktion »Klimaschutzaktion nordlicht« angestrebt.

Darüber hinaus soll nach weiteren Möglichkeiten gesucht werden, die begünstigen, dass sich Jugendliche für ein eigenverantwortetes und zugleich umweltverträgliches Mobilitätsverhalten entscheiden und sich dafür auch aktiv engagieren. Auf der Ebene politischer Partizipation könnte das z.B. von der Initiierung eines "Virtuellen Verkehrsparlamentes" in Analogie zu dem von der Süddeutschen Zeitung seit annähernd 50 Jahren erfolgreich praktizierten Vorgehen über die gezielte Mitarbeit in einschlägigen Gremien auf kommunaler Ebene (Agenda 21, Fahrgastbeirat) bis hin zur Bildung einer schulischen Mitfahrzentrale u.Ä.m. reichen.

Ferner ist die Aufnahme in den Wettbewerb "Gemeinsam Handeln - voneinander lernen - Zusammenwachsen" der "Deutschen Kinder- und Jugendstiftung" zur Kooperation mit einem thüringischen Gymnasium aus Suhl beantragt. Die Arbeitsergebnisse aus diesem Gemeinschaftsprojekt sollen ebenfalls mithilfe der Neuen Medien, in Sonderheit des WWW und eMail, kommuniziert werden.

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Projektziele

Ohne die bereits angesprochene tendenzielle Autonomie der Projektgruppe beschränken oder der Entscheidungsfindung vorgreifen zu wollen, lässt sich als allgemeine Zielsetzung dennoch formulieren:

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Projektplanung

Phase I (März - Juni 99)
Erschließen, Auswerten und Darstellen gegenwärtiger Erkenntnisse über Verkehrsaufkommen und deren prognostische Einschätzung unter projektspezifischer Fragestellung.
Erkundung von Mobilitätspräferenzen Jugendlicher und deren Bereitschaft zu Alternativverhalten.
Kontaktaufnahme zu möglichen Kooperationspartnern.

Phase II (Sept. - Nov. 99)
Rezeption sozialpsychologisch fundierter Beeinflussungsmodelle, Adaption vorhandener Strategien für schulische Zwecke und Entwicklung eigener Szenarien. Planung der Kampagne an der eigenen Schule.

Phase III (Nov. - Dez. 99)
Durchführung der adaptierten Variante der Aktion "Sieben Schritte zur neuen Beweglichkeit" sowie Initiierung anderer von der Projektgruppe entwickelter Vorhaben. Eventuelle Einbeziehung anderer Schulen.

Phase IV (Jan. - März 2000)
Auswertung und Dokumentation der Aktion(en).

Phase V (Mai - Juni 2000)
Publikation eines ggf. modifizierten transferierbaren Konzeptes, Initiierung weitere Vorhaben.

Phasenübergreifend wird eine Dokumentation des Projektverlaufs im Internet vorgenommen, nicht zuletzt auch um die vernetzenden Aspekte des Konzeptes zu tragfähigen Elementen zu entwickeln.

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