Erdkunde

Das Fach Erdkunde am Wilhelmsgymnasium

letzte Änderung am 20.02.2014

Das Fach Erdkunde wird an unserer Schule jeweils zweistündig in den Jahrgangsstufen 5, 6 und 8 unterrichtet.

Die Erdkunde und ihre Bezugswissenschaft, die Geographie, haben eine Brückenfunktion zwischen den Natur- und den Geisteswissenschaften; sie verbinden Inhalte und Methoden beider Bildungsbereiche. Im Mittelpunkt des Erdkundeunterrichts steht die Auseinandersetzung mit der Erde, ihrem geologischen Aufbau, der geomorphologischen und klimatischen Vielfalt der Erdoberfläche, den Landschafts- und Meeresräumen unter besonderer Berücksichtigung der Wechselwirkung zwischen Erde und Mensch.

Eine zentrale Bedeutung kommt der Kategorie des Raumes und der Vermittlung von Methoden zur räumlichen Analyse zu. Ziele des Faches sind dementsprechend Einsichten in Zusammenhänge zwischen natürlichen Gegebenheiten und menschlichen Aktivitäten in verschiedenen Räumen sowie eine darauf aufbauende raumbezogende Handlungskompetenz der Schüler/-innen.

Die Fähigkeit, sich im Raum zu orientieren, ist eine wichtige geographische Teilkompetenz, die über topographische Kenntnisse hinausgeht und ab der Jahrgangsstufe 5 kontinuierlich gefördert wird. Als Arbeitsmittel dienen Globus und Kompass, v.a. aber der Atlas sowie physische, topographische und thematische Karten verschiedener Maßstäbe. 

An ausgewählten Raumbeispielen und auf unterschiedlichen Maßstabsebenen (z.B. Heimatraum, Deutschland, Europa und außereuropäische Räume) erhalten die Lernenden die Möglichkeit, Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Natur zu erkennen, daraus resultierende Strukturen, Prozesse und Probleme zu verstehen und Problemlösungen anzudenken. Neben der themengeleiteten Raumauswahl (thematisch-allgemein­geographisches Arbeiten) spielt das regionalgeographische Arbeiten mit zunächst vereinfachten Raumanalysen eine wichtige Rolle. Für die Lernenden der Klassen 5 und 6 ist dabei der Bezug zur Lebenswirklichkeit ein wichtiges Kriterium der Auswahl.

So werden in der Jahrgangsstufe 5 neben der allgemeinen Orientierung im Raum (Karte, Kompass, Maßstab) und dem globalen Orientierungsraster (Gradnetz, Kontinente, Ozeane) Deutschland und Mitteleuropa in den Blick genommen. Landschaftsräume sollen in dieser Jahrgangsstufe als Handlungsräume des Menschen wahrgenommen werden.

In der sechsten Klasse beschäftigen sich die Lernenden weitgehend mit dem Wirtschafts- und Kulturraum Europa. Zentral ist ebenso der Umgang mit geographischen Ordnungssystemen, wie z.B. den Klima- und Vegetationszonen, deren weltweite Ausprägung dann im Jg. 8 untersucht wird. In dieser Jahrgangsstufe sind weltweite Raumbeispiele Thema des Unterrichts. Insbesondere wird die Bedeutung der Naturfaktoren für den Menschen sowie die Raumprägung durch Wirtschaft, Politik und Gesellschaft thematisiert.

Zwei Besonderheiten im Jahrgang 8 stellen die Teilnahme aller Schüler/-innen am Geographie-Wettbewerb des National Geographic und der in der Lerntalentklasse bilingual erteilte Erdkundeunterricht (Enrichment) dar.

Das Fach hat sich im Laufe der letzten Jahre inhaltlich gewandelt: Wurde früher vorwiegend Länderkunde unterrichtet, werden heute zusätzlich länderübergreifende Fragestellungen, wie z.B. ökologische Probleme verschiedener Räume thematisiert. Deshalb arbeiten wir oft exemplarisch und fächerübergreifend. Der Unterricht im zweiten Halbjahr der achten Klasse ist darüber hinaus projektorientiert angelegt. Hier arbeiten die Schüler/-innen unter Anleitung der Lehrenden in Kleingruppen zu verschiedenen Regionen der Erde und unter spezifischen Fragestellungen weitgehend selbstständig.

Neben dem selbstständigen Lernen legen wir Wert auf binnendifferenzierende Unterrichtsarrangements, was sich beispielsweise in der Arbeit an Stationen oder in Lernzirkeln zu unterschiedlichsten Themen ausdrückt.

Begleitend üben die Schüler/-innen in allen Jahrgangsstufen methodische Verfahren und Arbeitstechniken des Faches, wie z.B. die Auswertung und Interpretation von Informationsquellen, wie Diagrammen und Karten, Texten, Bildern, Graphiken, das Messen und Zeichnen (Maßstab), die Durchführung von Feldbeobachtungen und -kartierungen sowie die Anfertigung von Handskizzen und Profilen.

Traditionell ist das Fach methoden- und medienintensiv, wobei Anschaulichkeit und Aktualität eine große Rolle spielen. Deshalb sind Exkursionen und auch der Einbezug aktueller Ereignisse ebenso wie die Nutzung des Internets als aktuelle und vielseitige Informationsquelle wichtige Bestandteile des Erdkundeunterrichts.

Insgesamt möchten wir unsere Schüler/-innen dafür sensibilisieren, mit ‚offenen Augen' durch die Welt zu gehen. Dabei sollen sie sich aber auch ihres eigenen Einflusses auf die Umwelt bewusst werden und nicht zuletzt Fähigkeiten entwickeln, umweltgerechte Entscheidungen zu treffen. Aktuelle Phänomene und Prozesse, wie z.B. die Globalisierung, der Klimawandel, Naturkatastrophen oder Ressourcenkonflikte prägen das Leben auf unserem Planeten in vielen Bereichen und erfordern eine Anpassung bisheriger Verhaltensweisen auf der Grundlage von fundiertem Sachwissen, Urteils- und Problemlösekompetenz, die nur durch die Verbindung natur- und geisteswissenschaftlicher Bildung aufgebaut werden können. Hierin sehen wir ein besonderes Potenzial unseres Faches.

 

H. Heinzeroth, G. Lutze-Walter, W. Schadow