So schön kann Schule sein

Mit einem abwechslungsreichen Programm wurde am Vorabend des Reformationstages die Leistung Luthers gewürdigt

letzte Änderung am 18.11.2017

Wort & Ton am Reformationstag

Wer kurz vor Veranstaltungsbeginn in der Aula des WG auf einen Sitzplatz hoffte, hatte das Nachsehen: Selbst der Gang rund um die zentrale Halle war gut belegt. Und das Kommen hatte sich gelohnt! Unter dem bescheidenen Titel „Verleih uns Frieden - Wort und Ton zur Reformation“ erwartete die Besucher ein stimmungsvolles Musikprogramm, das durch Wort- und Filmbeiträge ergänzt wurde.

Schulleiter Herr Petersen eröffnete den Abend mit einer kurzen Begrüßung und erinnerte dabei an den nicht nachlassenden Erfolg der Bibel: Allein im letzten Jahr wurden ca. 34 Millionen Exemplare weltweit verkauft und sie ist in 2400 Sprachen übersetzt worden.

Musikalisch wurde eine Mischung von traditionellen Kirchenliedern, natürlich auch von Luther selbst, von verschiedenen Chören und Orchestern zu Gehör gebracht. Wie immer, waren die Stücke bestens einstudiert, der Klang transparent und durch die Hallengröße auch voluminös.

Die den Raum dominierende Orgel war mit Strahlern festlich in buntes Licht getaucht. Mit großem Beifall bedacht spielte T. Berge darauf „Komm, Gott Schöpfer, Heiliger Geist“ (Luther / Göttsche).

Das Orchester spielte auch das von Luther (1529) verfasste „Verleih uns Frieden“, vertont von F. Mendelssohn, das diesem Abend den Namen gab.

Das Vororchester spielte ebenfalls „Verleih uns Frieden“ und brachte dabei die an diesem Abend älteste Version des Chorals, nämlich die von Hans Leo Haßler, auf die Bühne. Die Musiker*innen aus den Jahrgangsstufen 5-8 überzeugten dabei durch hervorragendes Zusammenspiel, einen beachtlichen und sauberen Klang und große Spielfreude. Den Luther-Klassiker schlechthin brachte der Unterstufenchor auf die Bühne. Ganz besinnlich und dabei ausgesprochen intonations- und textsicher erklang „Ein feste Burg ist unser Gott“ im Kerzenschein und bezauberte das Publikum. Der Orientierungskurs Musik der E-Phase nahm das Publikum mit auf eine besondere Zeitreise. Hier war die Musik des 16. Jahrhunderts auf Instrumenten des 16. Jahrhunderts zu hören. Mit Krummhorn, Garkleinflöte, Psalter und Gamben erklang Luthers erstes selbstkomponiertes Lied „Ein neues Lied wir heben an“ im vierstimmigen Satz von Praetorius.

Den ersten Sprachbeitrag gestalteten die Schülerinnen des OK Deutsch (A. Kretzschmar). Verteilt über die Bühne auf zwei Ebenen interpretierten sie das Matthäus-Zitat (5, 39-41): „ Setzt dem Bösen keine Gewalt entgegen.“ Eine Handlungsmaxime, die eine Herausforderung darstellt, und leider von bedrückender Aktualität ist.

Ein Spiegelbild der breit gefächerten Herkunft unserer Schüler und Schülerinnen war der Vortrag des ersten Schöpfungstages in 9 Sprachen. Der schwungvolle Gospelsong „This little light of mine“ bezauberte das Publikum, das begeistert mitklatschte.

Dass man die Bibel auch sehr kurzweilig und amüsant wiedergeben kann, bewies ein Grundkurs Religion (M. Klotz), der das Markusevangelium in eine Diashow mit Zeichentrickelementen von 304 Sekunden Länge komprimiert hatte. Ein evangelisch-katholisches Streitgespräch verlief dann doch humorvoller und versöhnlicher als es der Titel vermuten ließ: „Dass ihr so gut selber denken könnt, hab`ich an euch schon immer bewundert“, gestand Herr Semmler als Vertreter der Katholiken. Und Herr Klotz anerkannte neidlos die an Bildern und Symbolen reiche Erinnerungskultur der älteren Konfession.

Nicht alle Beiträge und noch weniger alle beteiligten Personen konnten hier genannt werden. Wir danken herzlich allen Beteiligten für diesen unvergesslichen Abend! Abschließend ein Zitat aus dem Vortrag von Luthers berühmter „Vorrede auf allen guten Gesangsbücher“:

Vor allen Freuden auf Erden
Kann niemand keine feiner werden,
Denn die ich geb mir meim Singen
Und mit manchem süßen Klingen.
Hie kann nicht sein ein böser Mut,
Wo da singen Gesellen gut,
Hie bleibt kein Zorn, Zank, Haß noch Neid,
Weichen muß alles Herzeleid;

vlm/web