„Luthers Reformation ist ein Teil des Fundaments der Moderne“

Diese Würdigung der Bedeutung Luthers von Dr. Dam war der unbestrittene Ausgangspunkt eines interessanten Gesprächsabends

letzte Änderung am 04.10.2017

Talk am WG

„Was macht Luther für uns heute noch interessant?“ Diese Frage, mit der die Talkrunde am Abend des 14.9.17 in der gut gefüllten Aula eröffnet wurde, leitete einen munteren Diskurs ein, der von Ulli Janovsky (Nachrichtenchef von HR-Info und ehemaliger WG-Schüler) souverän moderiert wurde. Der Anlass für dieses Gespräch ist die Erinnerung an den 500. Jahrestag (31.10.1517) von dem angeblichen Thesenanschlag an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg, der allgemein als Beginn der Reformation gesehen wird. Neben Schulleiter Herrn Petersen und zwei angehenden Abiturienten, Sarah Bork und Jan Seeberg, konnten zwei Experten für den Talk gewonnen werden: Dr. Harmjan Dam, Religionspädagoge und Pfarrer, und Harald Fischer, katholischer Priester und Dechant. Der eher distanzierte Blick des Niederländers Dam auf Luther traf dabei auf die Sichtweise des prominenten sechsten Teilnehmers, des Reformationsbotschafters Christopher Posch (Rechtsanwalt und RTL-Moderator), für den das Positive an Luther im Vordergrund steht.

 

Wichtig und nach wie vor aktuell, da waren sich alle Teilnehmer einig, sei Luthers Haltung, „Dinge neu oder auch anders zu denken“, wie Petersen formulierte. Für das Ziel, aus Schülern mündige Bürger zu machen, brauche es eine kritische Haltung. Fischer, ein bekannter Befürworter der Modernisierung der katholischen Kirche, meinte, dass immer noch die „Angst vor Machtverlust“ ein Grund für die Ablehnung von Reformen, sei. Als Beispiel nannte er die überfällige Zulassung von Frauen für das Priesteramt. Der Applaus des Publikums war auf seiner Seite.

Das Gespräch endete mit der interessanten Frage, welchen Reformbedarf Luther heute sehen würde. Seeberg stellte dazu die einfache wie grundlegende Frage: „Wo werden wir heute belogen?“ Das wäre für ihn ein möglicher Ansatz eines „modernen“ Luthers.

Dinge zu verändern, gerade wenn man in einer privilegierten Situation ist, wünschte sich Petersen als Haltung im Sinne Luthers. Abschließend bleibt zu hoffen, dass es nicht 500 Jahre bis zum nächsten Talk am Wilhelmsgymnasium dauern wird.

vlr