Rund 30 Schüler des Wilhelmsgymnasiums engagieren sich in der Flüchtlingshilfe

letzte Änderung am 26.06.2017

Der folgende Beitrag erschien am 22.06.2017 auf Wilhelmshöhe ist bunt, geschrieben von Mirjam Hagebölling.


Ausgelassen tollen an diesem sommerlichen Nachmittag ein Dutzend Kinder über die Wiese an der Valentin-Traudt-Schule in Rothenditmold. Das war nicht immer so – denn jedes der Kinder hat ein mehr oder weniger dramatisches Schicksal hinter sich. Große Strecken über Wochen bei Hitze und Kälte haben ihre kleinen Fuße zurückgelegt. Einige sind vor dem Krieg in Syrien geflohen.

Gerade erklären Cagla, Luara, Hannah und Maik das nächste Spiel. Sie selbst sind nur ein paar Jahre älter – sie sind Mittel- und Oberstufenschüler des Wilhelmsgymnasiums. Im Herbst 2015 hat der Arbeitskreis Flüchtlinge am Wilhelmsgymnasium seine Arbeit aufgenommen. Aus der Schülerschaft selbst kam die Idee, dem Ohnmachtsgefühl entgegenzuwirken und in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden. „Wir haben überlegt, was wir tun können“, erzählt Tomma Woermann. So ist zunächst die Idee des Waffelverkaufs umgesetzt worden. „Durch den Waffelverkauf jeden Donnerstag ist die stattliche Summe von 2.000 Euro zusammengekommen, die wir dem Spielmobil Rote Rübe gespendet haben“, erläutert die Abiturientin. Das Spielmobil steht regelmäßig vor Flüchtlingsunterkünften und ermöglicht den Kindern dort einen Tag Unbeschwertheit durch verschiedene Bewegungs- und Spielangebote.

Am Waffelverkauf haben sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler beteiligt und lernten so, dass auch kleine Hilfen einen Unterschied machen. Die Schüler begleiteten außerdem die Spieleinsätze des Spielmobils. Nach gut anderthalb Jahren hat der Arbeitskreis rund 30 aktive Mitglieder aus den Klassen 9 – 13.

Außerdem entstand eine Kooperation für die Nachmittagsbetreuung von Kindern, die am Kurs „Deutsch als Zweitsprache“ an der Valentin-Traudt-Schule teilnehmen. „Jeweils ein kleines wechselndes Team aus vier oder fünf Leuten trifft sich einmal wöchentlich an der Valentin-Traudt-Schule um mit den Kindern Zeit zu verbringen und zu spielen“, erzählt Christiane Rüter. Es gehe vor allem darum, den Kindern spielerisch die deutsche Sprache beizubringen. Unterstützt werden die Schüler bei der Vorbereitung und Durchführung von Lehrkräften beider Schulen, doch die Verantwortung liegt bei den Schülern selbst.

„Die Arbeit mit den Flüchtlingskindern hat uns persönlich enorm weitergebracht und mich persönlich inspiriert, nach dem Abi in der Flüchtlingsarbeit tätig zu werden“, meint Elena Goldenbow. Schirmherr des Arbeitskreises ist übrigens der zukünftige Oberbürgermeister Christian Geselle, selbst einst Abiturient am Wilhelmsgymnasium.